Schottland 2004

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Schottland -  Mit dem Schlauchboot in die herrliche Inselwelt der Hebriden


Ende April diesen Jahres trafen sich insgesamt 6 Schlauchboot-Crews in der Marina Dunstaffanage bei Oban/Schottland, um von dort aus mit ihren Booten in insgesamt 7 Tagen die Inselwelt der Inneren Hebriden und die Lochs an der schottischen Westküste zu erkunden.

Unter der sorgsamen Planung und Führung von Peter Zürrer (Highlander), der seit vielen Jahren dieses Revier befährt, und begünstigt durch die hervorragenden Wetterverhältnisse vor Ort konnten wir mehr als 700 Seemeilen mit den Booten zurücklegen und auch weiter abgelegene Orte anfahren. Hier nur einige Highlights:

Isle of Mull - beliebtester Anlaufpunkt ist hier das Hafenstädtchen Tobermory mit seiner bunten Häuserfront. Der Pub Mishnish wurde zu unserer Lieblingskneipe. Unbedingtes Muss: Fish n Ships am Fishermens Pier. Die einzige „Pommes-Bude, die im Guide Michelin erwähnt ist. Und ehrlich gesagt, der Fisch ist wirklich fangfrisch und lecker, die Pommes dick und knusprig und nach der Riesenportion glaubt man zunächst, man kann die nächsten 24 Stunden nichts mehr verdrücken.
Nebenbei gibt es in Tobermory natürlich auch noch die obligatorische Whisky-Brennerei und eine Schokoladenfabrik.

Staffa - auf der Seeseite von Mull gelegen. Ein riesiger Klotz erkaltete Lava. Kein Grashalm und kein Baum. In vergangenen Zeiten lebten dort Mönche, die dann irgendwann - verständlicherweise - in die Schweiz ausgewandert sind und dort den Ort Stäffa gegründet haben. Die Grotten im Lavablock heißen „Fingals Cave. Ganz Mutige, wie unsere schottischen Schlauchbootfreunde und Stefan fahren mit den Schlauchbooten rückwärts in die Grotten hinein.

Treshnish Isles - eine Inselgruppe nahe Staffa gelegen. Brutstätte für die Puffins (Papageientaucher), den Nationalvogel der Schotten. Ein Anlegen mit den Schlauchbooten an der Lavasteinküste ist möglich, wenn auch waghalsig. Die Puffins können während der Nistzeit beobachtet werden und sind überhaupt nicht scheu.

Corryvreckan - Zwischen den Inseln Jura und Scarba fließt das Wasser durch eine enge Stelle hindurch und wird dazu noch durch eine unterirdische Felsmauer aufgeworfen. Die Wellen betragen je nach Gezeitenstand 5-6 Meter Höhe. Gefährliche Strudel und Strömungen tragen dann dazu bei, dass diese Wasserstraße mit dem Boot möglichst gemieden werden sollte. Mit den Schlauchbooten haben wir uns hineingetraut und einen sagenhaften Seegang erlebt, der sich leider auf Fotos nicht wirklich gut einfangen ließ. In jedem Fall ein Erlebnis der ganz besonderen Art und nur unter absolut verantwortungsbewußter Führung zu realisieren.

Crinan Canal - hinter den beiden vorgenannten Inseln, im Sound of Jura, bildet sich durch die starke Strömung ein riesiger See von starken Strudeln. Die Boote gehen hin und her und werden abgetrieben. An der Landseite erreicht man dann den Eingang zum Crinan Canal, der dort schon aus mehreren Staustufen besteht. Unbedingt sehenswert und außerdem kann man in dem gemütlichen Hotel-Restaurant direkt eine schöne Mittagspause machen.

Caledonian Canal - ein Kanalbauwerk am Ende des Loch Linnhe bei Fort William, das von der Westküste zur Ostküste führt und zur Überwindung des Höhenunterschiedes in den Bergen mehr als 25 Staustufen hat. Mit viel Zeit und Geduld eine Tour, die wir gerne einmal machen würden. Imposant dort auch die schneebedeckten Berge.

Natürlich gäbe es noch viel mehr zu erzählen, der Bericht würde endlos lang. Unbedingt gesagt werden muss aber folgendes: Das beschriebene Revier in Schottland ist extrem wetterabhängig. Wir hatten das Glück, überwiegend wenig Wind und schönes Wetter zu haben. Trotzdem lagen die Temperaturen selten in einem angenehmen Bereich und entsprechende Bootskleidung war unabdingbar. Bei schlechterem Wetter wurde natürlich durch den Seegang auch das Material - sprich die Boote - hart heran genommen. Da alle Ziele weit auseinander liegen, sind weite Fahrtstrecken nicht zu vermeiden, wenn man in der Kürze der Zeit wirklich etwas sehen und erleben will.

In jedem Fall ist das Treffen in Schottland eine Reise wert und wir wollen es gerne einmal wiederholen. Ein ganz großer Dank geht an Peter Zürrer, der mit Bedacht und Verantwortungsbewusstsein die Gruppe leitete und es ermöglichte, in der kurzen Zeit des Aufenthalts so viel wie möglich zu sehen.
Die Marina Dunstaffanage ist als Ausgangspunkt ideal, eine ausreichende sanitäre Ausstattung und der Pub (in dem man auch Zimmer bekommt) lassen es an nichts fehlen. Auch Oban ist sehenswert, ganz zu schweigen von der Autofahrt von Edinburgh, wo die Fähre ankommt, nach Oban, während der wir noch einige Highlights wie Loch Lomond (www.loch-lomond.net) und das Falkirk Wheel (jede Menge Infos über Suchmaschinen) besichtigen konnten.

Evelyn Breuer
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