44. Salone Nautico in Genua 2004

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Der 44. Salone Nautico in Genua brachte keine wirklich bahnbrechenden Neuheiten. Allgemein bei Schlauchboote ist zu sagen, dass der Trend zu mehr Design und grossen Booten ungebrochen anhält.
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Das grösste Boot präsentierte wieder einmal Novomarine, gefolgt von SACS und auch die Top-Produkte von BAT oder SOLEMAR waren nicht wirklich klein. Es sieht fast so aus, als müsste jeder Schlauchboothersteller in Italien wenigstens ein Boot in der 7 - 8 Meter Klasse im Portfolio haben.
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Neu waren die Schlauchboote von SELVA. Die früheren Modelle sind alle grundsätzlich überarbeitet worden, wobei die ursprünglichen Grössen im wesentlichen beibehalten wurden. Endlich haben die grösseren Boote eine ausreichend dimensionierten Unterflurtank, die beiden Topmodelle zusätzlich auch einen Frischwassertank. Der Heckbereich wurde bei allen Modellen so geformt, dass die Heckbank in das rückwärtige GFK-Teil integriert wurde und das GFK, wie auch bei vielen anderen Herstellern auch, im Heckbereich halb über den Schlauch lappt. Grundsätzlich ist das positiv, weil man dort dann einen Geräteträger so anbringen kann, dass er beim rückwärtigen einsteigen nicht so stört und man kann am Träger ein Bimini-Gestänge anbringen, dass man dann auch während der Fahrt öffnen kann. Bei dieser Lösung von Selva hat mir nicht gefallen, dass die Lehne der Heckbank jetzt nicht mehr ganz umzuklappen ist und man dadurch keine zusätzliche Liegefläche erhält. Unverständlich sind mir auf den beiden seitlichen GFK-Wülsten, die über den Schlauch lappen, auf jeder Seite zwei kleine Behälter mit einem Deckel, der nicht abzuschliesen ist. Auch haben die kleinen Stauräume darunter keinen Abfluss, falls Wasser eindringen sollte. Ein Selva-Mitarbeiter zuckte auf meine Frage diesbezüglich nur mit der Schulter. Schwieriger wird es, wenn man auf diesen GFK-Wülsten einen Geräteträger befestigen möchte. Es geht nur im hinteren Bereich (vorne sind besagte, kleine Stauräume)und im hinteren Bereich ist es unmöglich von innen heranzukommen, um den Träger zu befestigen. Wahrscheinlich muss man den Träger schon mit dem Boot bestellen und die Trägerbasen werden dann vor dem Verkleben der Schläuche montiert. Ganz toll finde ich das Inspektionsluk am Steuerstand: man kann es wegen das Steuerrades nur einen Spalt öffnen und muss es dann aus dem Scharnier ziehen, damit man in die Öffnung greifen kann. Mach' das mal in voller Fahrt, wenn Du beispielsweise Dein Fernglas herausnehmen möchtest! Aber genug der Kritik, der Gesamteindruck der neuen Boote ist gut.
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BSC hat neue Farben für seine Boote entdeckt. Die Dekorationsfarben sind jetzt ein kräftiges Rot mit Gold; sieht ganz hübsch aus. Ein Detail bei BSC hat mir besonders gut gefallen: ein Beschlag für ein Bimini-Gestänge, der zwar auf den Schlauch geklebt wird, aber mit einer festen Sicherung den Endpunkt des Gestänges aufnimmt.
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SOLEMAR hat jetzt 4 grosse Kajütschlauchboote im Programm - von 7,50 m bis über 10 Meter!
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Einen anderen Trend konnte ich bei einer Firma namens ItalMarine verstärkt sehen: ItalMarine ist der Importeur von Johnson/Evinrude in Italien und bietet von ASSO und SACS sog. Packages an, die in der Summe 15 - 20 % günstiger sind, als wenn man Boot und Motor einzeln kauft.
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Evinrude / Johnson haben die neuen 200/225 E-Tec Motoren präsentiert, bei Mercury und auch bei Yamaha war ein 300 PS Motor (2-Takt) zu sehen und Suzuki hat einen 250 PS Viertakter im Programm. Selva hat nun endlich den 150 PS 2-Takter HDPI vorgestellt, der unter der Haube ein reinrassiger Yamaha ist. Honda hat seine neuen 150/175 PS 4-Takter in die Mitte ihrer Präsentation gestellt.
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Bei den GPS-Plottern von Geonav gibt jetzt für das neue portable Gerät GEONAV 4C kombinierte See und Strassenkarten und für den Gebrauch im Auto ein sog. Auto-Pack, mit dem dann der Plotter wie ein üblicher im Wagen eingebauter GPS-Plotter mit allen Navigationsangaben funktioniert. Der Vorteil ist einfach, man kann den Plotter in mehreren Autos benützen und natürlich auch an Bord. Also nur ein Gerät für mehrere Anwendungen.
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Bei Nautinox habe ich einen mächtigen Geräteträger mit einem Rohrdurchmesser von 60mm gesehen - ein wirklich imposantes Stück. Praktisch und formschön ist auch eine Badeplattform, bei der man die Badeleiter unter die Plattform zusammenschiebt. Sonst musst man die Leiter immer auf der Plattform zusammenfalten und dann konnte man sie nicht mehr benutzen bzw. darauf treten.


Fotos und Bericht: Stefan Michel
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